Das Tagebuch eines ganz normalen Podenco Welpen.

Am 7. September 2007 bin ich geboren und schon ein paar Tage nach der Geburt wurde ich neben einem Container ausgesetzt. Zum Glück haben mich Passanten gefunden, die mich dann auf die Auffangstation von Lanzarote gebracht wurde. Dort ging es mir gut, bekam meine tägliche Nahrung und konnte mit vielen Artgenossen mein neues Zuhause erkunden.
Jedoch weiss ich, dass das nicht mein endgültiges Zuhause sein wird, denn schon bald werde ich irgendwo ein neues Zuhause finden. Nur wo, das ist hier die Frage…
Ich bin kräftig am wachsen und heute hat mein Frauchen Fotos von mir gemacht und will sie im „ Internet „ auf www.podenco-hilfe-lanzarote.de veröffentlichen.
Internet, ist das etwas zum spielen oder zum fressen???
Am 18. Dezember bekomme ich den Bescheid, dass ich in die Schweiz komme.
Schweiz, ist das etwas komisches, was ist denn das ?
Keine 2 Tage danach finde ich mich im Flughafen wieder, bekomme eine komische Tablette zum fressen und schon wenige Minuten danach fühlt sich mein Körper irgendwie komisch an, ich bemerke noch dass ich in eine riesige Transportbox komme und im Bauch eines riesigen Stahlvogels verfrachtet werde.
Als ich dann wieder wach werde spüre ich als erstes : Kälte
Oh Gott, wo bin ich denn hier gelandet? In Grönland? Mann ist es hier kalt und hier soll ich nun bleiben? Hier frier ich ja etwas ab, brrrr

Nach einer Stunde Autofahrt bin ich in Bern angekommen und ich friere noch immer. Hat denn hier niemand eine Heizung?

Schon bald werden mir mein neues Frauchen und Herrchen vorgestellt. Mann was für eine komische Sprache sprechen denn die? Hat mir mal jemand ein Sprachübersetzer, oder gibt es hier einen Dolmetscher?

Ich bin nun seit einigen Tagen hier in der Schweiz, das neue Zuhause gefällt mir nicht schlecht, da hat es 2 Katzen die ganz und gar nicht gut auf mich zu sprechen sind, die sind doof, wollen nicht spielen und wenn ich näher komme, fauchen die. Na mal schauen, ob das irgendwann besser wird.
Und übrigens; es ist noch immer saukalt. Das neue Futter bekommt mir gar nicht, ich bekomme Durchfall und konnte schon ein paar mal mein Geschäft nicht halten und so habe ich das 4. Zimmer zu meinem Klo umfunktioniert, was aber meinen Menschen anscheinend nicht so in den Kram passt.
Sie schimpfen zwar nicht mit mir, aber so wirklich glücklich sind sie anscheinend nicht wenn sie es sehen.
Mann ihr doofen, würdet ihr auf meine Zeichen reagieren, dann würde euer Zimmer nicht so ausschauen.

Jetzt sind 2 Tage vergangen und meine Menschen beginnen nun zu kapieren, dass ich dringendst raus muss, wenn ich mich bei der Türe hinlege.
Also das scheint so langsam zu klappen. Aber habe ich es schon mal erwähnt? Hier ist es wirklich saumässig kalt und darum will ich jeweils so schnell wie möglich wieder zurück an die Wärme.

Mein Durchfall will nicht so richtig besser werden und ich fühle mich wirklich „hundeelend“ und nun soll ich zu einem Arzt. Irgendwie klingt dieses Wort schon nicht gut, aber mal schauen…

In der Tierarztpraxis angekommen werde ich in einen komisch riechenden Raum gebracht
und da steht so ein komisches Ding aus Stahl, das sieht ähnlich aus wie meine Menschen zu Hause haben, aber es ist ganz niedrig und Herrchen will dass ich nun auf dieses Ding rauf soll.

Uiiii, schon geht das Ding nach oben und bald befinde ich mich in einem Meter Höhe.
Dieser Mann untersucht mich, betatscht mich von oben und unten und hört sich meine Innereien an.
Es werden noch Formalitäten erledigt, die ich nicht verstehe und schon geht der ( Tisch ) wie ich herausgefunden habe wieder herunter und wir verlassen die Praxis.

Nun bin ich schon einen Monat in der Schweiz, ich habe mich ein wenig an die Kälte gewöhnt, mein Durchfall ist weg und so langsam gefällt es mir richtig in meinem neuen Zuhause.
Einzig die 2 Katzen haben sich noch nicht richtig an mich gewöhnt, ich darf zwar schon in ihre Nähe und sie beschnuppern, aber wirklich spielen wollen die nicht mit mir.
Meine Menschen gehen sehr viel mit mir nach draussen wo ich viele andere Hunde treffe und ich mit Ihnen rumtollen kann.
Aber am liebsten bin ich mit Ramos meinem Artgenossen zusammen, der wie ich aus Lanzarote kommt. Wir zwei können nie die Pfoten voneinander lassen und wenn wir zusammen sind, dann geht so richtig die Post ab.

Neuerdings gehe ich sogar in die Hundeschule, wo mir zwar ziemlich viel abverlangt wird, aber so langsam habe ich sitz, down, hier, bleib und apport verinnerlicht und meine Menschen haben riesige Freude wenn ich so brav gehorche. Sogar die Hundetrainerin hat mein Herrchen gelobt und gesagt, man merkt sehr gut, dass mit diesem Hund gearbeitet wird, denn das was ich bereits kann, erlernen andere Windhunde erst viel später. Ui war mein Herrchen stolz das zu hören.

Ja ja, wenn es mir gerade danach ist, dann gehorche ich schon, aber .....

Ich bin mitlerweile 6 Monate alt und meine Hormone fangen an verrückt zu spielen. Dann ist es mir egal ob Herrchen und Frauchen einen Purzelbaum machen oder mich mit den besten Goodies locken,dann will ich meine Jugend geniessen springen, buddeln, bockig sein und versuchen meinen Kopf durchzusetzen. Ich probiere ein wenig hier, ein wenig da und versuche mal wie lange es geht bis meine Menschen reagieren, ich will ja schliesslich wissen wie weit ich gehen kann. Anscheinend haben dann meine Menschen nicht so Freude an mir. Vor allem dann nicht, wenn ich auf den Befehl "Hier" nicht gehorche. Wenn ich dann zwar komme, unterwegs noch etwas zu schnuppern finde, dann nochmals umdrehe, um noch dort etwas zu schauen und dann 2 Meter vor ihnen stehen bleibe und mich nicht an die Leine nehmen lassen will und davonrenne, dann werden sie so richtig fuchsteufelswild.
Letzte Woche wurde ich aber Opfer meiner eigener Ausgelassenheit. Weil ich nicht auf mein Herrchen gehört habe musste ein Auto ziemlich scharf abbremsen. Ich habe mich wahnsinnig erschrocken.
Gottlob ist mir nichts passiert, aber es hätte wirklich nicht viel gefehlt und ich währe unter die Räder gekommen.

Nun sind wieder 4 Monate ins Land gegangen, ich wurde grösser, mächtiger, schneller, wendiger, gehorsamer und habe eine innige Beziehung zu meinen Herrchen aufgebaut. Ja, ehrlich gesagt, höre ich mehr auf mein Herrchen als auf mein Frauchen. Wenn wir 3 unterwegs sind, dann höre ich fast nur auf mein Herrchen und ich denke dass er der Chef ist. Weil er viel mehr Zeit mit mir verbringt, mit mir in die Hundeschule geht und mir viele tolle Sachen beibringt, die manchmal einige Leute ins Staunen versetzten. Nein, ich rede da nicht von sitz, bleib, Platz und so Kinderkram, pah, das kann ich im Schlaf, nein, ich habe mir jetzt angeeignet wenn wir vom Einkaufen zurück kommen, dass ich etwas in die Wohnung trage. Was, sie denken das kann doch jeder. Mitnichten, Herrchen hat mir beigebracht, dass ich Wienerli oder eine Wurst nach oben tragen darf. Aber er hat mir gesagt, dass ich sie erst essen darf wenn wir in der Wohnung sind. Mann da gibt es Leute die fallen fast die Treppe herunter, wenn sie mich sehen wie ich ein Wienerli im Mund habe und das andere hängt noch herunter und so stolz neben ihnen durchlauf, als wenn das das natürlichste auf der Welt währe.
Aber am meisten ärgere ich mich dann, wenn die Leute mein Herrchen auf die Wienerli ansprechen, dann geht das endlose bla, bla los und ich muss da warten, mir läuft das Wasser schon fast aus dem Mund, der Duft dringt in die Nase und ich muss mich tierisch beherrschen, dass ich die Wienerli nicht an Ort und Stelle verspeise. Aber meist geht es ja nicht sooo lange und wir kommen in der Wohung an und dann geht es ab auf den Balkon und dann werden die Wienerli genüsslich verschlungen. Ab und zu gibt es dann noch eines als Belohnung obendrauf.

Am tollsten finde ich es aber, wenn wir uns mit anderen Podencos treffen. Wir haben ein Forum und da macht mein Herrchen immer wieder mal mit anderen Podibesitzern ab. Wow, dann geht jeweils so richtig die Post ab. Wir waren schon im Heidiland, dort lernte ich Lois und Glen kennen. Tags darauf ging es ins New Grceland und dort lernte ich 30 Podis und Galgos kennen. Ui, das war toll, obwohl im ersten Moment habe ich mich schon etwas gefürchtet, als da eine riesige Horde Hunde auf mich zugerannt kam. Aber nach einigen Minuten und nach endloser Beschnüffelei haben wir schnell Freundschaft geschlossen. An der Aare habe ich Peony, Leon, Pixi, Rusty, Urmel, Grisu und Numa kennengelernt. Und heute treffen wir uns mit Chili, nein, nicht das Gemüse. Natürlich heisst ein weiterer Podi so. Oder habt ihr gedacht, ich schliesse Freundschaft mit einer Chilie???

Aber wissen sie was mich am meisten freut?

Ich darf nun endlich mit den Katzen spielen. Needa, der rote Kater hat mich ganz fest in sein Herz geschlossen, ab und zu liegen wir zusammen auf dem Bett, zwischendurch hetzen wir durch die Wohnung und ganz lustig findet er es mir unter dem Buch durchzulaufen wenn ich irgendwo stehe, dann kitzelt mich sein Schwanz am Bauch wenn er unter mir durchläuft. Na ja Tschaasa hat mich auch akzeptiert, aber nicht so wie Needa. Mit der darf ich ab und zu auch spielen aber nicht so ausgelassen wie mit Needa. Liegt das etwa daran, dass wir die gleiche Farbe haben?? Farbensympatie, könnte man dem auch so sagen?? Na egal. wir haben es jedenfalls schön gemütlich zu Hause.

Als ich in die Schweiz gekommen bin habe ich mir fast etwas abgefrohren und nun, es ist der 1. August, ist es hier manchmal so heiss wie in einem Backofen. Mann das mag ich nicht so und suche mir meistens den kühlsten Ort in der Wohung. Draussen gehe ich lieber dem Schatten nach und wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann gehe ich in die Aare baden, oder bei den kleinen Seen in Belp.

Am 31. August ist das erste Podencotreffen in Worb und darauf freu ich mich schon. Dann kommen aus der ganzen Schweiz Podencos und deren Herrchen, das wird sicher ein toller Tag. Davon werde ich berichten wenn es soweit ist.

30. August 2008 ...

Mein Herrchen und ein paar Kollegen sind fleissig am Vorbereiten des Hundeplatzes, es duftet überall lecker nach Würsten so langsam aber sicher frage ich mich, ob denn die alle für mich sind ???
Überall ist fleissige Betriebsamkeit und ich geniesse das faule Nichtstun :-)
Am Nachmttag geht es auf den Hundeplatz und da wird noch imme fleissig gehämmert und geschraubt.


Jetzt ist er da, der grosse Tag, wir schreiben den 31. August 2008 und es geht schon sehr früh raus, na ja wenigstens für meine Verhältnisse... 8'00 Uhr geht es zum Hundeplatz, wo es schon wieder mit den letzten Vorbereitungen losgeht.
Im Cheminee wird Feuer gemacht, Tische aufgestellt und dekoriert ein riesiges Dach wird montiert und schon trudeln nach und nach die ersten Podencos ein. So langsam aber sicher gefällt es mir immer besser, denn es kommen ganz viele Nasen, die ich noch nie gesehen habe.

Mittag und es wird überall fleissig gegessen, wir Hunde rennen noch immer über die Wiese und unsere Dosenöffner sitzen zusammen und reden miteinander.
Gegen 13 Uhr kommen immer noch neue Gäste und mittlerweile sind wir 35 Hunde und gut 50 Personen auf dem Platz, da geht die Post ab.
Herrchen und Frauchen haben alle Hände voll zu tun um unsere Gäse zu bewirten.

So langsam werden aber auch wir Hunde etwas müde und einer nach dem anderen verzieht sich, um ein ruhiges Plätzchen zu suchen um etwas auszuruhen.

Die Menschen sind alle mit reden beschäftigt, das Wetter ist wie aus dem Bilderbuch und so gegen 16 Uhr verlassen die ersten Gäste den Platz wieder.

Wow, was das ein Tag, ich bin völlig schlapp vom vielen Rumrennen und vor allem auch meine lieben kollegen Ramos und Leon haben jetzt andere Sachen im Kopf als rumzurennen.
Die Aufräumarbeiten sind nun voll im Gange, Tische, Bänke, Dach, unser schöne Podencobrunnen wird wieder abgebaut und so langsam aber sicher sieht der Platz wieder aus wie vorher.

He Leute, das war ein super Tag, das machen wir bestimmt wieder einmal, oder ???

Hier noch der Link zu den Bildern vom Podencotreffen 2008 ...


Es wird sicher noch ein paar kleine Poditreffen geben dieses Jahr und ich werde auch wieder von denen berichten


Bis dahin.... tschüss und bis dann

Layos



24. September 2008