Die Calming Signals sind Teile einer alten Körpersprache des Hundes, die aber leider sehr oft in Vergessenheit geraten, weil man einfach zu wenig Zeit hat um auf seinen Hund einzugehen.
Und wo können so alte Körpersignale noch am meisten Bedeutiung haben? Ja genau, bei einem Urhund wie einem Podenco.

Die Beschwichtigungssignale sind Zeichen, die verhindern sollen, dass Konflikte überhaupt auftreten können.
Lange Zeit glaubte man, dass es bei Hunden die so lange mit Menschen zusammenleben gar keine Calming Signals mehr geben würde.
Aber nicht zu vergessen ist, dass auch unsere Haushunde moch ungefähr 30 dieser Beschwichtigungssignale kennen.
Jedoch sind wir bei sehr vielen Rassen gar nicht mehr in der Lage die Calming Signals zu erkennen. Sei es z.B. dass bei einem langhaarigen Hund das Gesicht gar nicht richtig gesehen werden kann und uns somit sehr viele Signale gar nicht erkennen können.
Oder noch viel schlimmer, lange Zeit wurden ja sogar Ohren und Ruten kupiert und so nahmen wir dem Hund sehr viele Möglichkeiten, ihre Calming Signals überhaupt zu zeigen, doch durch das Verbot sind solche "Zerstückelungen" endlich weitgehendst eingestellt worden.
Und jetzt kommt das tolle, auch wir können über diese Signale mit unseren Hunden kommunizieren.

Beschwichtigungssignale sind:

- Schmatzen
- Blinzeln
- Gähnen
- Lächeln
- Über den Fang lecken
- Den Fang des anderen Lecken ( Demutsgeste )
- Schnüffeln
- Blick abwenden
- Blick verkürzen
- Kopf senken
- Kopf abwenden
- Körper abwenden
- Sich hinlegen
- Sich hinsetzen
- Sich hinlegen und den Hals bloslegen ( Demutsgeste )
- Vorderkörper Tiefstellung ( Spielaufforderung )
- Schwanzwedeln
- Ganz langsame Bewegungen
- Bogen laufen
- Splitten
- die seitliche Körperpartie zeigen

Es können zum Beispiel mehrere Signale zusammen oder hintereinander angezeigt werden.
Zum Beispiel: Blinzeln, sich über den Fang lecken und den Kopf abwenden.
Oder es wird sich über den Fang geleckt, dann der Kopf abgewendet und dann auch noch gegähnt.
Sie können vom gleichen Hund in gleichen Situationen unterschiedlich angewendet werden.
Mal hebt der Hund die Pfote und mal wendet er den Blick ab.
Jeder Hund beschwichtigt anders, der eine gähnt und der andere schmatzt und oder leckt sich über den Fang.

Das heisst jetzt aber nicht, dass die ganzen Calming Signals ein Buch mit seiben Siegeln sein muss. Und es heisst auch nicht, dass ihr die Zeichen alle Auswendig lernen müsst.
Nein, ein Hundeleben dauert ja in der Regel 10 und mehr Jahre, also haben sie Gelduld und immer die Augen offen.

Hier ein paar Beispiele:
Zum Beispiel bei der Fellpflege oder beim Streicheln, wird es dem Hund unangenehm oder zu viel, dann wird er anfangen zu beschwichtigen.
Er wird wahrscheinlich blinzeln, zwischendurch schmatzen, gähnen, lächeln und sich über den Fang lecken.
Es können auch andere Dinge sein wie die Pfote heben, Kopf abwenden usw.

Steht der Hund neben einem und man streichelt ihn an der dem Menschen zugewandte Seite, wird er sich meist einem zuwenden, streichelt man ihn auf der anderen Seite, wird er sich abwenden.

Wenn man zum Beispiel Gassi gehen will und der Hund total aufgeregt ist, fängt er oft an zu gähnen, das aber nicht weil er müde ist, sondern um sich selbst zu beruhigen, weil er so aufgeregt ist.

Oder man kennt es ja, des öfteren man hat es mal eilig und ist total im Stress und ausgerechnet jetzt muss der hund auch noch Gasssi.
Entnerft greift man zur Leine und schnell, schnell nach draussen.
Doch dort fängt der Hund dann an gaaanz langsam zu laufen, er schnüffelt am Boden und hat alle Zeit der Welt. Sein Geschäft macht er dann meist auch nicht. Man wird unruhig, nervöser und der Hund wird dabei immer ruhiger, vielleicht wird er uns auch ignorieren. Das liegt nicht daran, dass er uns ärgern will, weil er ganz genau weiß, dass wir es eilig haben. Er merkt nur ganz eindeutig, dass wir Stress haben und ihm ist das sehr unangenehm, deshalb beschwichtigt er uns, um uns zu beruhigen und wir denken von dem armen Hund oft das Gegenteil und machen dem Hund noch viel klarer, dass wir es wirklich sehr eilig haben. Und so dreht sich die Spirale nach unten, bis man sich einander überhaupt nicht mehr versteht.

Ganz wichtig ist, dass man nicht alles als Beschwichtigungssignal sehen darf, man muss immer alles im Kontext sehen.
Der Hund kann auch mal gähnen weil er müde ist oder pinkeln weil er muss usw. Also alles im Zusammenhang betrachten.

Man sollte sich auch Gedanken machen, warum der Hund uns beschwichtigt:
Ist unsere Stimme zu streng?
Wirkt unsere Körperhaltung bedrohlich?
Fühlt er sich eingeengt?
Ist der Hund überfordert, von zu viel Training oder Spiel?
Ist der Hund gestresst?

Gestresste Hunde könne auch nichts lernen, sie sind nicht mehr aufnahmefähig!